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Leitbild der hauptamtlichen MitarbeiterInnen im Club 29 e.V.

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1. Präambel

Das Leitbild ist Grundlage für unser professionelles Handeln im Club 29 e.V. Es wurde an einem gemeinsamen Klausurtag mit allen hauptamtlichen MitarbeiterInnen im Dezember 2008 überarbeitet. Es wird in regelmäßigen Abständen überprüft und den neuen Gegebenheiten angepasst.

Das Leitbild gilt für alle hauptamtlichen MitarbeiterInnen des Club 29 e.V. Es dient der Orientierung und ermöglicht uns, über unsere Tätigkeit zu reflektieren, sie kritisch zu hinterfragen und einheitlich vorzugehen. Das Leitbild spiegelt unser professionelles Selbstverständnis.

2. Geschichte

Selbstbetroffene Menschen und der Sozialarbeiter Herbert Huber gründeten 1982 gemeinsam den Club 29 e.V.

Von Anfang an arbeiteten Betroffene und Professionelle Hand in Hand zusammen.

Über die Jahre wurden immer mehr Angebote der Selbsthilfe, der alkoholfreien Geselligkeit und der professionellen Suchthilfe erarbeitet. Der Club 29 e.V. wuchs dadurch zu einem bewährten und anerkannten Anbieter im Münchner Suchthilfesystem.

3. Selbstverständnis

Im Mittelpunkt steht der Mensch, nicht nur seine Suchterkrankung. Unserem Klientel und uns begegnen wir mit Wertschätzung, Echtheit, Empathie und Präsenz. Wir berücksichtigen dabei die individuelle Persönlichkeit der/des Einzelnen.

Wir setzen unsere Fähigkeiten für unsere Klientel ein. Das in unseren Ausbildungen erworbene Können entwickeln wir durch Fortbildungen weiter und integrieren neue Methoden aus unseren Arbeitsfeldern in unser Handeln.

Wir arbeiten effizient. Dazu gehört auch, unsere Einsatzbereitschaft und Kraft durch professionelle Abgrenzung zu erhalten und zu pflegen.

Das ganzheitliche Zusammenwirken von ehrenamtlicher und hauptamtlicher Arbeit, sowie das Zusammenwirken der MitarbeiterInnen über die Bereiche des Club 29 e.V. hinaus, ist ein Gewinn für uns und unsere KlientInnen. Ehren- und hauptamtliche Tätigkeit sind gleichbedeutend und ergänzen einander.

Wir sind uns bewusst, dass uns dieser hohe Grad an interner Vernetzung herausfordert. Deshalb bedarf es einer kooperativen gemeinsamen Haltung und stetiger Kommunikation.

Um die bestmögliche Versorgung für unsere Klientel zu erreichen, vernetzen wir uns mit dem bestehenden Hilfesystem und beziehen Angehörige sowie andere Personen aus dem Umfeld der KlientInnen in unsere Arbeit ein.

4. Menschenbild

Das Menschenbild im Club 29 e.V. entspricht dem humanistischen Grundverständnis.

Wir betrachten den Menschen mit seinen Stärken, Schwächen und Ressourcen als Ganzes und gehen davon aus, dass das Potential zur Veränderung in ihm selbst liegt. Wir sehen ihn als Einheit von Körper, Geist und Seele und eingebettet in sein System. Er sucht nach Wohlbefinden und Zufriedenheit in allen diesen Bereichen.

Der Mensch strebt Selbsterkenntnis und Weiterentwicklung an. Nur in der Begegnung und Beziehung kann er sich seiner Selbst bewusster werden, sich selbst erkennen und entwickeln. Dabei stehen die Förderung von Selbstbestimmung und eigenverantwortlichem Handeln im Vordergrund. Die Verantwortung für sein Handeln und seine Entscheidungen bleibt bei ihm selbst.

Dem Menschen geht es gut, wenn er einen Sinn in seinem Sein empfindet, sich als selbstbestimmt wahrnimmt und damit sein Selbstvertrauen weiter entwickelt.

Entscheidend ist dabei die Integration in eine Gemeinschaft, in der er Akzeptanz und Halt findet.

Auch der Club 29 e.V. berücksichtigt Gender Mainstreaming in der fachlichen Arbeit. Das heißt, dass die Gleichstellung der Geschlechter auch durch geschlechtsspezifische Angebote explizit gefördert wird.

Dabei werden die Ebenen der Organisation (z.B. Zusammensetzung der Leitungsebene), die Ebenen der MitarbeiterInnen, sowie die Ebene der Praxis berücksichtigt.

5. Suchtverständnis

Wir sehen die Sucht als einen Lösungsversuch mit hohen Folgekosten: körperlich, geistig, seelisch, sozial und schließlich finanziell. Dieser Lösungsversuch schädigt Gesundheit und Beziehungen und hemmt die gesunde Entwicklung des Menschen.

Suchtverhalten entwickelt eine Eigendynamik, in der die Selbstbestimmung verloren geht. Diese kann in einem meist längeren Prozess wieder erlernt und gewonnen werden.

6. Auftrag

Unser gesellschaftlicher Auftrag besteht in Prävention, Rehabilitation, Nachsorge und Selbsthilfe für suchtkranke und -gefährdete Menschen und ihre Angehörigen.

Um diesen Auftrag zu erfüllen, setzen wir unsere Energie und unsere Professionalität dafür ein, diese Menschen dabei zu unterstützen, an den Errungenschaften unserer Gesellschaft gleichberechtigt teilzuhaben und sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten wieder zu integrieren. Dahinter steht das Ziel, ein Bewusstsein für eine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen zu schaffen.

Gegenüber unseren Klienten verstehen wir den Auftrag in der Anregung und Begleitung ihres Entwicklungsprozesses zu einem selbstbestimmten Leben.

Wir helfen Menschen, ihre persönliche Lebensplanung zu gestalten und den dafür geeigneten Weg zu finden.

7. Organisation

Wir wahren die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit unseres Vereines. Wir gewährleisten Transparenz und Kontrolle unserer Arbeit.

Der Club 29 e.V. ist im Dachverband der Caritas. Er arbeitet nicht gewinnorientiert, aber nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen und fachlichen Standards, wobei unsere soziale Verantwortung im Vordergrund steht.

Seine Aktivitäten finanziert der Club 29 e.V. aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, öffentlichen Zuwendungen und Entgelte für Dienstleistungen. Wir kontrollieren deren sachgerechte und rechtmäßige Verwendung durch interne und externe Prüfungen und Beratungen. Wir legen regelmäßig auch der Öffentlichkeit gegenüber Rechenschaft über unsere Tätigkeit ab.

Wir entlassen die öffentliche Hand nicht aus ihrer Verantwortung für die Grundsicherung der sozialen Arbeit.

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung

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